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Maria Josepha Barbara Brogerin: Auf, auf, oh Mensch

Ein überaus schönes Lied vom Todt

aus der Handschrift von
Sr. Maria Josepha Barbara Brogerin, 1730

 

Auff auff, mein mensch, mach dich bereit
lass dir von saumen/ nur nicht lang traumen,
nur nicht lang traumen, dan jetz ist zeit.

Bereit dich wohl, es ist ein krantz
der todt richt allen/ noch seim gefahlen,
noch seim gefahlen zu seinem dantz.

Der bapst, bischoff und clerisii
macht er von würden/ und schwären bürden,
und schwären bürden ledig und frey.

Die keyser all in ihrem thron
zuvor gewesen/ jetz seind's verwessen,
jetz seind's verwesen, dass ist ihr lohn.

Der könig g'walt und starckhe macht
der todt nur trutzet/ und völlig stutzet,
und völlig stutzet, ja gar verlacht.

Kein fürst einmahl so mächtig war
macht dem nix b'sunders/ es heist jetz under,
es heist jetz under in todtenbar.

Mit ihrer stärckh die helden all
seind auch gefahlen/ und müössen zahlen,
und müessen zahlen den todtenfahl.

Die reiche[n] in dem übermueth
seind auch verschwunden/ nichts habens gefunden,
nichts haben's gefunden von ihrem gueth.

Der hier nach ehr und würden tracht
wird nix erhaschen/ alls staub und aschen,
alls staub und aschen durch eitlen pracht.

Der haubtman und gemein soldat
wird überwunden/ vom todt gefunden,
vom todt gefunden ohn alle gnad.

Der burger, baur, wass arm und reich
wird er auch finden/ last nicht dahinden,
last nicht dahinden, gilt ihm alsgleich.

Der jung und schön von leibsgestalt
wird nicht verweilet/ offt übereilet,
offt übereilet, gleich wie der alt.

Wo war ein frauw so zart und weiss
die nicht alldorten/ gar bald ist worden,
gar bald ist worden der würmen speis.

Bald kert er sich dem kranckhen zu
grifft ihm zu hertzen/ stillet den schmertzen
stillet den schmertzen, legt ihn zur ruoh.

Dem g'sunden nit versprochen ist
lenger zu leben/ ist ihm nit geben,
ist ihm nit geben ein g'wüsse frist.

Bald kert er da, bald dorten ein
es ist zu b'sorgen/ du müösest morgen,
du müösest morgen der erste sein.

Es währet hier die eitle freüd
der armen sünder/ und Adams kinder,
und Adams kinder eine kurtze zeit.

Allen der todt kombt für die thür
die sünd thue büössen/ zum dantz wir müösen
zum dantz wir müösen, hilfft nix darfür.

So richt dich dan, mein mensch, zum tantz
leg ab die sünden/ und thue dir binden,
und thue dir binden den ehrenkrantz.

Dein krantz wirt sein ein seeliges end
wan du dein leben/ einmahl wirst geben,
einmahl wirst geben in Gottes hendt.

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Anschrift

Europäische Totentanz-Vereinigung, Dr. Uli Wunderlich, Josephstr. 14, D-96052 Bamberg
Telefon +49 951 2972832, Fax +49 951 2972859, Mail: webmaster@totentanz-online.de