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Totentanz des Monats

Totentanz des Monats Dezember 2018:
Der mittelrheinische Totentanz muss ein Mainzer sein

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Mittelrheinisch meint weit mehr als den Flussabschnitt zwischen Bingen und Bonn. Vor über 1000 Jahren war das Bistum Mainz riesengroß. Tote konnten sprechen; Lebende antworteten. Prototyp unmoralischer Menschen dürfte Erzbischof Hatto I. gewesen sein. Lange vor der Reformation sorgte er für Kirchenschelte. Domherr, Spieler und Wirt traten im Spätmittelalter seine Nachfolge an.

Die oben abgebildete Handschrift entstand erst 1470/85. In Heidelberg, Mainz und München schufen die nächsten Generationen inhaltsgleiche makabre Drucke. Schon bald erweiterten Nachgeborene die Dichtung ganz nach eigener Vorstellung. Noch heute geht die makabre Kunst auf die altbekannten Vorlagen zurück. Leicht erkennbar ist das nicht.

Aufmerksamkeit verdient das einleitende Beispiel, weil es die französisch-niederdeutsche Überlieferung in je acht Verszeilen pro Bild mit der oberdeutsch-schweizerischen verbindet. Letztere kommt nicht von Anfang an mit Strophen aus zweimal vier Zeilen für jedes Figurenpaar aus.

1834 entstand das Gemälde von Georg Kneipp im Landesmuseum Mainz, aus dem abschließend die Szenen 36 bis 38 von 40 zu sehen sind. Die Datierung und der Name des Malers stehen links neben den Herren am Wirtstisch. Im ausgehenden Mittelalter wäre soviel Aufmerksamkeit für weltliche Daten noch undenkbar gewesen.

Unsere Zeitschrift "Totentanz aktuell" 235 bietet weitere Informationen sowie Bilder in höchstmöglicher Auflösung.

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Anschrift

Europäische Totentanz-Vereinigung, Dr. Uli Wunderlich, Josephstr. 14, D-96052 Bamberg
Telefon +49 951 2972832, Fax +49 951 2972859, Mail: webmaster@totentanz-online.de